siduction 2013.2 RC1 mit systemd veröffentlicht

sid-2013.2

Wir sind sehr glücklich, euch den ersten Releasekandidaten von siduction 2013.2 RC1 – December vorstellen zu können. Siduction ist eine Distribution basierend auf Debians „unstable“ Zweig und wir versuchen ein paar Schnappschüsse über’s Jahr verteilt zu veröffentlichen.

Siduction 2013.2 RC1 – December wird mit 5 Desktopumgebungen ausgeliefert: KDE SC, XFCE, LXDE, Razor-Qt und GNOME, alle in 32- und 64-bit Varianten. Von den zur Zeit in der Auslieferung befindlichen DE’s passt nur LXDE auf eine 700MB CD. Da aber CD’s mit jedem Tag irrelevanter werden sind wir darüber nicht sehr besorgt und empfehlen stattdessen das Benutzen eines USB-Sticks für die Installation.

Neu in diesem Releasezyklus ist der Einsatz von Systemd. Während Debian immer noch in der Diskussion ist, welches init-System in Zukunft zu benutzen ist, hat sich siduction für Systemd entschieden. Es bringt die meisten Vorteile für uns und nebenbei, auch wenn Debian entscheiden sollte Upstart zu benutzen, werden wir ihnen da nicht folgen. Bis wir eine Sektion über Systemd in unserem Handbuch haben werden wir euch weiter unten in diesem Bericht mit einigen der meist benutzten Kommandos aushelfen.

Die Release Images sind ein Schnappschuss von Debian unstable, auch bekannt unter dem Namen Sid, vom 22.12.2013. Sie sind erweitert mit ein paar nützlichen Paketen und Skripten, unserem eigenen Installer und einer speziell gepatchten Version des Linux-Kernel 3.12-6, begleitet von X-Server 1.14.5-1.

Bitte vergesst nicht daß dies ein RC ist. Wir haben in den letzten Monaten jede Menge Steine umgedreht. Darüber hinaus liefern wir Systemd, was auf einigen Konfigurationen mit Sicherheit zu Problemen führen wird. So bitte, steht es mit uns durch und berichtet eure Bugs vorzugsweise in unserem Bugtracker oder tragt sie in unser Forum oder unseren IRC-Kanal #siduction. Der Username und Passwort für die Live-Session ist: user:siducer, pw:live.  Solltet ihr sie eine Weile verlassen hilft euch das in die Sitzung zurück zu kommen.

Was ist neu

Wie oben erwähnt haben wir einen Schritt in die mögliche Zukunft von Debian gemacht und Systemd als unser neues init-System in siduction implementiert. Hier ist eine cheat-Seite mit neuen Kommandos für’s booten, Dienste zu handhaben und logging.

Dienste handhaben:

  • systemctl list-units  – Zeige alle units ( Wobei unit der Ausdruck für Jobs/Dienste ist)
  • systemctl start [NAME…] – Starte (aktiviere) einen oder mehrere units
  • systemctl stop [NAME…] – Stoppe (deaktiviere) einen oder mehrere units
  • systemctl disable [NAME…] – deaktiviere einen oder mehrere units

Schaut in man systemctl für weitere Informationen. Zu eurer Bequemlichkeit haben wir auch systemd-ui mitgeliefert. Diese GUI wird per systemadm gestartet.

Wechseln des Runlevel, Neustart und Systemhalt

Das Wechseln der Runlevel unterscheidet sich ebenso von Sysvinit. Was bisher als Runlevel 3 bekannt war ist jetzt multi-user.target, init 5 wechselt zu graphical.target.

  • systemctl isolate graphical.target –Bringt euch zu dem euch bekannten init 5
  • systemctl isolate multi-user.target – Bringt euch zu dem euch bekannten init 3
  • systemctl reboot – Herunterfahren und rebooten des Systems
  • systemctl poweroff – Herunterfahren und Ausschalten des Systems

Logging mit dem Systemd Journal

Journal ist ein großer Gewinn gegenüber dem in die Jahre gekommenen syslog. Das loggen startet früher was sicher eine Kehrseite von syslog war. Ebenso gibt es Kommandos die euch maßgeschneiderte Informationen zur Hand geben.

  • journalctl –all – Gibt euch das volle Journal des Systems und allen Benutzern
  • journalctl -f –Gibt euch eine Liveansicht des Journals während es wächst (war tail -f /var/log/messages)
  • journalctl -b – Zeigt das log des letzten boots
  • journalctl -b -p err – Zeigt das log des letzten boots, begrenzt auf die Priorität ERROR
  • journalctl –since=yesterday – Da Linuxer normalerweise nicht so oft rebooten limitiert diese Option mehr als -b

Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, mehr kann in Lennart Poetterings blog gefunden werden.

Gnome

Da Gnome immer noch relativ neu in unserem Releasezyklus ist, hier ein paar Hinweise wie es zu benutzen ist:

Es gibt zwei Wege eure Gnome-Session zu starten:

* gnome-fallback, was die GNOME2-Ansicht herbeiführt

* GNOME, was zur GNOME3-Ansicht und Desktop-Effekten führt

Um Gnome als Gnome3-session zu starten muß eure Videokarte über Beschleunigung verfügen. Benutzer von ATIU-Grafikkarten müssen firmware-linux-nonfree installiert haben um GNOME3 starten zu können. Als Standard im Live-Modus wird gnome-fallback gestartet. Nach der Installation ist der GNOME3-Modus aktiviert. Das bedeutet daß Benutzer von ATI-Karten, bevor sie den Installer starten, firmware-linux-nonfree installiert haben müssen.

Boot cheatcode “gnome”

Wenn ihr eine GNOME3-Session auch im Live-Modus starten wollt könnt ihr den cheatcode gnome in der Kernel-Bootzeile benutzen. Dies funktioniert nicht für Benutzer von ATI-Karten außer mit einem persistent overlay auf ihrem USB-Stick.

Herunterfahren und Verlassen einer Gnome3-Session

Abhängig von eurer Hardware kann euer Power-off-Menü sichtbar sein oder nicht. Um in der Lage zu sein eine gnome3-Session mit unsichtbarem Power Off-Menü herunter zu fahren, müsst ihr die Linke Alt-Taste auf eurer Tastatur gedrückt halten und auf User in der oberen rechten Ecke eures Schirms klicken und dann auf das Power Off-Menü. Haltet ihr die Alt-Taste nicht gedrückt wird Suspend anstatt Power-off angeboten.

Und was gibts außerdem?

Zum zweiten Mal liefern wir noX als offizielles Release, was wir zuerst inim Oktober 2012 als Entwickler-Release vorgestellt hatten. Da es keine grafische Umgebung gibt müsst ihr cli-installer als root zum installieren benutzen.

XFCE wird in Version 4.10.1 geliefert und ist zuverlässig wie immer. Im Gegensatz zu gnome unterlässt es die Auslieferung von Systemd-Code für den Moment.

Für unser KDE SC haben wir die letzte verfügbare Version von KDE SC 4.11.4 paketiert.Die Überarbeitung der siduction-settings-kdeist im Grunde gemacht, ein paar justierungen an den Farben und andere kleine Änderungen werden vor dem endgültigen Release erfolgen.

Razor-Qt ist immer noch in einer leicht modifizierten Version von 0.5.2, welche bessere Plugins und generelle Funktionalität besitzt. Das wird mit der kommenden Version 0.6 sogar noch verbessert, welche für die ganz Tapferen bereits in unserem razorqt/next Repository zu finden ist. Wir werden dies irgendwann veröffentlichen und dann zu lxde-qt wechseln, was das Produkt der vereinten Kräfte von Razor-QT und LXDE werden wird. Außer diesen wurden alle Qt-Versionen und Apps upgedatet.

Dies ist möglicherweise die letzte Veröffentlichung von LXDE wie wir sie in siduction kennen. Wie oben erwähnt. LXDE geht mit Razor-Qt zusammen um ein DE auf Basis von Qt zu formen. Dieses Release ist Debian voraus aufgrund unserer Zusammenarbeit mit dem Upstream von LXDE. Das bedeutet daß pcmanfm, lxappearance und lxappearance-obconf frisch gepackte Upstream-Versionen sind. Ebenso wie unsere Midori-Version Debian leicht voraus ist.

Wieder gingen eine Menge zeitverschlingende Änderungen in die Code-Basis,  die wir zu unseren Bedürfnissen anpassen. Dieses Mal wurde die ehemalige Bluewater-Manual-Basis komplett geändert. Wir wechselten von PHP5 zu Django und passten das Erscheinungsbild dem siduction-Look an und harmonierten es mit unserer neuen Webseite die wir gerade ein paar Wochen zuvor eingeführt haben. Die Arbeit am sidu-Manual, wie es jetzt genannt wird, geht weiter um viel einfacher als zuvor neue Inhalte hinzufügen zu können.

Alles in allem haben wir ca 150 Bugs seit dem letzten finalen Release geschlossen.

Der Installer bietet btrfs nach wie vor als experimentelles Dateisystem an. Bitte seit vorsichtig, wenn ihr es benutzt, und macht ein Backup eurer Daten.

Unsere Resourcen

siduction Forum
siduction Blog
Git Archive
Distro News
Bug-Tracker
siduction-Map

Unterstützung kann in unserem Forum ebenso wie im IRC bezogen werden. Die relevanten Kanäle im OFTC-Netzwerk sind  #siduction für englischen support oder #siduction-core wenn ihr mitmachen und teilhaben wollt. Der deutsche Kanal ist #siduction-de. Auf eurem Desktop findet ihr ein Icon das euch, abhängig von eurer gewählten Sprache, zu dem richtigen Support-Kanal führt.

Um in der Lage zu sein als Testumgebung für Debian zu fungieren haben wir unseren eigenen Bugtracker eingeführt. Lasst mich erklären wie ihr uns und Debian durch Übermitteln von Bugreports für defekte Pakete helfen könnt. Erfahrene Benutzer werden wissen wie sie Bugs direkt mit dem Debian BTS (Bug Tracking System) übermitteln können.  Für Benutzer die sich nicht so behaglich im Umgang mit diesem System fühlen haben wir reportbug-ng vorinstalliert.

Wenn ihr denkt daß ihr einen Bug in einem Debian-Paket gefunden habt startet bitte reportbug-ng und tippt den Namen des Pakets in die Adresszeile ganz oben. Die App wird dann die bereits eingereichten Bugs für dieses durcsuchen und diese auflisten. Nun ist es an euch zu entscheiden ob „euer“ Bug bereits gemeldet ist. Ist er das fragt euch ob ihr irgendwas Relevantes zum Hinzufügen habt oder sodar einen Patch. -wenn nicht seid ihr für dises Mal fertig. Ist der Bug bis jetzt noch nicht gemeldet und ihr seid nicht vertraut mit dem BTS könnt ihr den Bug in unserem  Bug-Tracker. melden.

Das geht für siduction Pakete offensichtlich genauso. Wir werden die Bugs für euch sortieren und übermitteln sie an den angemessenen Platz wenn er reproduzierbar ist. Bitte haltet in Kürze Ausschau nach einem Artikel im Forum mit detailierter Info zum Bugtracker. Wenn das für jetzt zu kompliziert erscheint benutzt bitte den Bugs-Thread im Forum für den Moment, er wird bis zum endgültigen Release bereitstehen.

Solltet ihr euch gewundert haben wo der Kodename „December“ herkommt lasst euch sagen daß wir unsere Releases nach Rocksongs benennen.  Collective Soul hatte einen Hit mit December 2005 und das passt perfekt zum Releasezeitpunkt.

Sprechenj wir von Releases und unserem geplanten Releasezyklus. Wir können euch nichts anderes sagen als daß wir nach vier Veröffentlichungen pro Jahr streben.

Da wir immer nach Mitwirkenden suchen, hier ist was zu tun ist: Kommt in den IRC, in den Kanal #siduction-core und erzählt uns was ihr innerhalb des Projekts tun wollt oder wo ihr denkt daß ihr helfen könnt. Wie ihr bemerken werdet wenn ihr runter scrollt haben wir im Moment kein Art-Team. Wenn ihr wollt und fähig seid, sprecht mit uns.

Hardware Tips

Solltet ihr einen ATI-Grafik-Beschleuniger haben, bitte benutzt die failsave Option beim Booten des Live-Iso’s. Diese Option fügt die Cheatcodes radeon.modeset=0 xmodule=vesa zu der Kernel-Bootzeile hinzu, so daß ihr nach X booten könnt. Vor dem Installieren, im Live-Iso, installiert bitte firmware-linux-nonfree. Um dies zu tun öffnet bitte eure /etc/apt/sources.list.d/debian.list mit eurem bevorzugten Editor als root undhängt contrib non-free ans Ende der ersten Zeile. Speichert die Änderung und macht ein:

apt-get update && apt-get install firmware-linux-nonfree

Wenn ihr jetzt das OS installiert wird dieses Paket ebenso installiert und bewahrt euch vor einem verstümmelten Bildschirm nach dem ersten reboot. Denkt daran, wenn ihr vor der Istallation rebootet sind eure Änderungen verloren.

Wenn ihr ein drahtloses Netzwerk habt wird dies möglicherweise nicht mit freien Treibern out of the box funktionieren, also startet besser mit einer drahtgebundenen Netzwerkverbindung. Möglicherweise wollt ihr das Skript fw-detect benutzen um Informationen über Treiber für drahtlose Verbindungen zu bekommen. Der Installer zeigt euch jede fehlende Firmware und leitet euch durch den Installationsprozeß.

Credits für siduction 2013.2

Core Team:

Alf Gaida (agaida)
Angelescu Ovidiu (convbsd)
Axel Beu (ab)
Ferdinand Thommes (devil)
Hendrik Lehmbruch (hendrikl)
Markus Meyer (coruja)
Tom Wroblewski (GoingEasy 9)
Torsten Wohlfarth (towo)

Betreuer des siduction Desktop Environments:

GNOME: Angelescu Ovidiu (convbsd)
KDE: Ferdinand Thommes (devil), José Manuel Santamaría Lema (santa)
LXDE: Markus Meyer (coruja)
noX: Alf Gaida (agaida)
Razor-qt: Alf Gaida (agaida)
XFCE: Torsten Wolfahrt (towo)

Art Team:

Code, ideas und support:

ayla
bluelupo
J. Hamatoma (hama)
Markus Schimpf (arno911)
Ulrich Beckmann (Bequimão)
Joogi

Im Namen des siduction Teams:

Ferdinand Thommes

Der Artikel ist auch in English verfügbar.